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R wie ... Resilienz

R wie ... Resilienz

Unter Resilienz (lat. resilire zurückspringen, abprallen) wird in der Psychologie die Fähigkeit zur Stress- und Krisenbewältigung verstanden. Der Begriff Resilienz hat sich im Laufe der Zeit gewandelt. Ursprünglich bezeichnete Resilienz nur die Widerstandskraft oder Fähigkeit eines Menschen, Lebenskrisen wie schwere Krankheiten, lange Arbeitslosigkeit, Verlust von nahestehenden Menschen oder ähnliches ohne anhaltende Beeinträchtigung zu bewältigen. Heute wird der Begriff beispielsweise auch für Menschen verwendet, die mit Belastungen der Arbeitswelt in angemessener Weise umgehen und so ihre psychische Gesundheit erhalten.

Zahlreiche Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass insbesondere folgende sieben Indizien für eine starke Fähigkeit zur Krisen- und Stressbewältigung sprechen, die sich wechselseitig durchaus bedingen können:

1. Gefühlsstabilität

Resiliente Menschen besitzen die ausgeprägte Fähigkeit, ihre Aufmerksamkeit gezielt zu kanalisieren. Dadurch sind sie in der Lage, die eigene Gefühlswelt so positiv beeinflussen, dass hohe Belastungen nicht als Stress (auch Disstress genannt), sondern als Herausforderung (auch als Eustress bezeichnet) erlebt werden.

2. Optimismus

Die Zuversicht, dass sich auch schwierige Situationen - früher oder später - zum Positiven wenden werden, wirken sich positiv auf die Stress- und Krisenbewältigung aus.

3. Analysestärke

Analysestärke gilt als zentraler Erfolgsfaktor, der bei der Personalauswahl besondere Beachtung findet. Denn logisch-analytisches Denken ist die Voraussetzung, um bei unbekannten, komplexen Problemen, relevante Faktoren zu identifizieren, eingefahrene Denkpfade zu verlassen und neuartige Lösungsmuster zu entwickeln.

4. Realismus

Die Fähigkeit, auf der Basis realistischer Ziele langfristige Strategien zu entwickeln, wirkt sich positiv auf die Überwindung von Stress und Krisen aus. Temporäre Einschnitte und Wendepunkte im Leben wie zum Beispiel ein unfreiwilliger Berufswechsel können schneller bewältigt werden, indem sich resiliente Menschen tendenziell schneller gedanklich auf die Gestaltung von Zukunftsperspektiven konzentrieren.

5. Handlungskontrolle versus gelernte Hilflosigkeit

Sich als handlungsfähig zu erleben, ist eine Grundvoraussetzung für die Überwindung von Krisen. Demgegenüber bezeichnet die sogenannte erlernte Hilflosigkeit das Phänomen, dass Menschen und Tiere infolge von wiederholter Erfahrung von Hilf- oder Machtlosigkeit ihr Verhaltensrepertoire dahingehend einengen, dass sie negative Zustände ertragen, obwohl sie sie von außen betrachtet verändern könnten. Der Begriff wurde 1967 von den US-amerikanischen Psychologen Martin E. P. Seligman und Steven F. Maier geprägt. Erlernte Hilflosigkeit bietet ein Modell zur Erklärung menschlicher Depressionen infolge einschneidender Krisen, in denen sich Menschen hilflos und dauerhaft überfordert fühlen.

6. Selbstbewusstsein

In engem Zusammenhang mit der erlebten Handlungskontrolle steht das Vertrauen in die eigenen Kompetenzen. Dank ihres gesunden Selbstbewusstseins sind resiliente Menschen davon überzeugt, Lösungen zu finden, und gewinnen dadurch auch nach einer Krise rasch das Vertrauen anderer.

7. Kontaktfreude

Die Tendenz, Probleme nicht im Alleingang aus eigener Kraft lösen zu wollen und sich in Krisenzeiten nicht in ein Schneckenhaus zurückzuziehen, sondern aktiv Partner suchen, die sie unterstützen und sie an ihre Stärken erinnern, erhöht die Fähigkeit zur Krisen- und Stresbewältigung nachhaltig.

Verwandte Begriffe: Konflikt- und Krisenmanagement, emotionale Intelligenz, gelernte Hilflosigkeit

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